Wo Flüssigkeiten, Pasten oder Schüttgüter durch geschlossene Anlagen laufen, ist die Reinigung von Hand kaum möglich: in Tanks, Rohrleitungen, Wärmetauschern, Mischern und Abfüllanlagen. Hier kommt CIP zum Einsatz, Cleaning in Place, also die Reinigung an Ort und Stelle. Die Anlage bleibt zusammengebaut, Reinigungslösungen werden durch Leitungen gepumpt und in Behältern über Sprühköpfe verteilt. Das spart Zeit, macht die Reinigung reproduzierbar und lässt sich dokumentieren.
CIP ist vor allem aus der Lebensmittel-, Getränke- und Milchindustrie bekannt. Es wird aber auch in der Pharma- und Kosmetikproduktion, in der Chemie sowie bei Farben, Lacken und Klebstoffen eingesetzt.
So läuft eine CIP-Reinigung ab
| Schritt | Zweck | Typisches Mittel |
|---|---|---|
| 1. Vorspülen | grobe Produktreste ausspülen | Wasser, oft zurückgewonnenes Spülwasser |
| 2. Alkalische Reinigung | Fett, Eiweiß, Zucker und organische Beläge lösen | alkalischer Reiniger, meist bei erhöhter Temperatur |
| 3. Zwischenspülen | Lauge vollständig ausspülen | Wasser |
| 4. Saure Reinigung | Kalk, Milchstein, Bierstein und Mineralbeläge lösen | saurer Reiniger |
| 5. Zwischenspülen | Säure vollständig ausspülen | Wasser |
| 6. Desinfektion (falls nötig) | Keime abtöten | Desinfektionsmittel oder Heißwasser |
| 7. Schlussspülen | Anlage rückstandsfrei an die Produktion übergeben | Wasser in Produktqualität |
Welche Schritte nötig sind, hängt von Produkt und Anlage ab. Bei leichten Verschmutzungen reicht manchmal eine alkalische Reinigung. Bei starken Mineralbelägen kommt die saure Stufe häufiger dran. Manche Anlagen fahren die Reinigungslösung nur einmal durch (verlorene Reinigung), andere sammeln sie in Tanks und verwenden sie mehrfach (Stapelreinigung).
Die vier Faktoren: Chemie, Temperatur, Zeit und Strömung
Auch bei CIP gilt der Sinnersche Kreis. Statt Bürste und Hochdruck übernimmt hier die Strömung den mechanischen Teil.
- Chemie: Reinigertyp und Konzentration. CIP-Anlagen regeln die Konzentration oft über die Leitfähigkeit der Lösung.
- Temperatur: Viele Beläge lösen sich warm deutlich besser. Zu hohe Temperaturen können Eiweiß aber auch einbrennen.
- Zeit: die Kontaktzeit pro Schritt. Wer an der Zeit spart, muss oft mit Konzentration oder Temperatur ausgleichen.
- Mechanik (Strömung): In Rohrleitungen braucht es eine turbulente Strömung. In Behältern müssen die Sprühköpfe alle Flächen erreichen. Sonst bleiben Beläge in Sprühschatten, Totzonen und Abzweigen zurück.
Was ein CIP-Reiniger können muss
- Schaumarm: Schaum stört Pumpen und Sprühköpfe und verhindert, dass die Lösung die Oberfläche benetzt.
- Gut ausspülbar: Es dürfen keine Rückstände ins Produkt gelangen.
- Werkstoffverträglich: mit Edelstahl, Dichtungen und Kunststoffen in der Anlage.
- Temperaturstabil: Die Wirkung muss bei der Prozesstemperatur erhalten bleiben.
- Dosierbar und messbar: damit die Anlage die Konzentration zuverlässig regeln kann.
- Nachweise: im Lebensmittel- und Pharmabereich zum Beispiel Bescheinigungen zur Eignung.
- Abwasser: Laugen und Säuren müssen vor der Einleitung meist neutralisiert werden.
Wo Eco-Nova hilft
Wir konzentrieren uns auf die Reinigungsschritte. Desinfektionsmittel gehören nicht zu unserem Sortiment. Den Faktor Chemie liefern wir selbst: Unsere Reiniger entwickeln und produzieren wir seit über 30 Jahren in Schüttorf, in Gebinden bis zum 1.000-Liter-IBC. Da wir selbst herstellen, können wir Reiniger auf die Anforderungen Ihrer CIP-Anlage einstellen, etwa auf Schaumverhalten, Konzentration oder Temperaturbereich. Für die einzelnen Schritte könnte zum Beispiel geeignet sein:
| Aufgabe | Typische Beläge | Könnte geeignet sein |
|---|---|---|
| Alkalische Reinigung | eingebrannte Rückstände, Eiweiß, Fett, Lebensmittelreste | Ultranova hochalkalisch, gekennzeichnet |
| Saure Reinigung in Rohrleitungen und Tanks | Kalk, Mineralbeläge, Rost | Novascal sauer, gekennzeichnet; die Farbkodierung zeigt den Reinigungsfortschritt |
| Saure Reinigung in lebensmittelverarbeitenden Betrieben | Kalk, Rost, Mineralbeläge | Meganova sauer; mit NSF- bzw. ISEGA-Bescheinigung |
| Kreislaufreinigung in der Non-Food-Industrie | Öle, Fette, Pigmente, leichte Klebstoffreste | Microsolv Plus schaumarm, verdünnbar, laut SDB ohne Gefahrenpiktogramm |
| Hartnäckige Beläge, Sprühschatten, Totzonen | eingebrannte oder vercrackte Beläge | individuell, in der Beratung |
Die Vorschläge sind ein erster Anhaltspunkt. Welcher Reiniger, welche Konzentration und welche Temperatur für Ihre Anlage und Ihr Produkt optimal sind, finden wir gemeinsam in der Beratung heraus, mit Tests an Ihrer Anlage.
Mechanik, Temperatur und Zeit liegen in Ihrer Anlage. Hier helfen wir mit Beratung:
- Wir prüfen gemeinsam mit Ihnen, welche Beläge wo entstehen und welcher Schritt sie lösen muss.
- Wir testen Reiniger und Konzentrationen an Ihrer Anlage und vergleichen sie mit Ihrem bisherigen Programm.
- Wir zeigen, wo sich Zeit, Temperatur oder Konzentration verschieben lassen, ohne dass das Ergebnis leidet.
- Für Teile, die CIP nicht erreicht, etwa Sprühköpfe, Dichtungen oder ausgebaute Armaturen, finden wir den passenden Reiniger für die manuelle Reinigung.
- Gibt es für Ihre Anforderung noch keinen passenden Reiniger, entwickeln wir eine eigene Rezeptur (Tailor Made).
- Nachweise wie NSF- oder ISEGA-Bescheinigungen und Erklärungen zu SVHC und REACH stellen wir auf Anfrage bereit. Mehr dazu: Konformitäten und Bescheinigungen.
Typische Probleme und was dahinter steckt
- Beläge bleiben trotz Programm: Oft passt die Strömung nicht, es gibt Sprühschatten, oder die Temperatur ist zu niedrig.
- Schaum in der Anlage: Der Reiniger ist nicht schaumarm, oder Produktreste schäumen beim Vorspülen auf.
- Kalk und Mineralbeläge wachsen: Die saure Stufe läuft zu selten, oder das Wasser ist sehr hart.
- Eingebranntes Eiweiß in Erhitzern: zu hohe Temperatur in der alkalischen Stufe oder zu lange Produktionsläufe.
- Hoher Verbrauch an Wasser, Chemie und Energie: Hier lohnt ein Blick auf Stapelreinigung, Rückgewinnung und abgestimmte Parameter.
Beachten Sie stets die Hinweise im Sicherheitsdatenblatt. Alkalische und saure CIP-Reiniger sind häufig als ätzend gekennzeichnet und erfordern die Schutzausrüstung laut Sicherheitsdatenblatt. Das Sicherheitsdatenblatt erhalten Bestandskunden sowie Kunden mit Testmenge oder Vorführung auf Anfrage.
Ihre CIP-Reinigung dauert zu lange, verbraucht zu viel oder hinterlässt Beläge? Schildern Sie uns Anlage, Produkt und Ihr aktuelles Reinigungsprogramm. Unsere technischen Berater/innen schlagen einen Reiniger vor, stellen Muster zusammen und kommen auf Wunsch zu Ihnen.
