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Salze vor dem Beschichten entfernen: Bresle-Test, Grenzwerte und Vorgehen

Fachlich geprüft von der Eco-Nova GmbH · Stand 05.10.2026 · 4 Min. Lesezeit

Offshore-Windpark mit Errichterschiff in der Nordsee

Das Wichtigste in Kürze

Salze wie Chloride und Sulfate sitzen in den Rostnarben von korrodiertem Stahl und führen unter einer neuen Beschichtung zu Blasen und Korrosion. Gemessen wird der Salzgehalt mit dem Bresle-Test (ISO 8502-6/-9). Der zulässige Wert steht in der Projektspezifikation. Ein Salzentferner löst die Salze, die Wasser allein nicht erreicht.

Kernaussagen

  • Salzreste unter der Beschichtung führen zu osmotischer Blasenbildung und vorzeitigem Versagen.
  • Gemessen wird mit dem Bresle-Test nach ISO 8502-6 und der Leitfähigkeit nach ISO 8502-9.
  • Der zulässige Restsalzgehalt steht in der Projektspezifikation, z. B. 20 mg/m² NaCl nach NORSOK M-501.
  • Für Anmischen und Spülen nur destilliertes oder vollentsalztes Wasser verwenden.

Inhalt

Eine neue Beschichtung auf Stahl hält nur so lange, wie die Oberfläche darunter es zulässt. Bei Offshore-Bauwerken, Schiffen und Hafenanlagen ist der größte unsichtbare Gegner Salz: Chloride und Sulfate, die in den Rostnarben sitzen und unter der frischen Farbe weiterarbeiten. Dieser Beitrag zeigt, wie Salze gemessen werden, welche Grenzwerte üblich sind und wie Sie die Oberfläche vor dem Beschichten zuverlässig vorbereiten.

Warum Salz unter der Beschichtung zum Problem wird

Korrodierter Stahl ist nicht glatt. In den Vertiefungen der Rostnarben lagern sich Chlorid- und Sulfat-Kristalle ab, die mit bloßem Auge nicht zu erkennen sind. Wird darüber beschichtet, ziehen diese Salze Feuchtigkeit durch die Beschichtung an. Es entstehen Blasen (osmotische Blasenbildung), und unter der Beschichtung setzt die Korrosion wieder ein. Die Folge: Die Beschichtung versagt oft lange vor ihrer geplanten Schutzdauer, und die Nacharbeit ist auf See oder im Dock besonders teuer.

Wie wird der Salzgehalt gemessen?

In der Praxis hat sich der Bresle-Test durchgesetzt. Eine selbstklebende Messzelle (Bresle-Patch) wird auf die Stahloberfläche geklebt und mit einer kleinen, genau abgemessenen Menge destilliertem Wasser gefüllt. Das Wasser löst die Salze von der Oberfläche. Das Verfahren ist in ISO 8502-6 beschrieben.

Anschließend wird die Leitfähigkeit der Lösung gemessen (ISO 8502-9) und in eine Flächendichte umgerechnet, meist angegeben in mg/m² als Natriumchlorid. Die Leitfähigkeitsmessung erfasst alle wasserlöslichen Salze zusammen, sie unterscheidet nicht zwischen Chloriden und Sulfaten.

Welche Grenzwerte gelten?

Einen einheitlichen gesetzlichen Grenzwert gibt es nicht. Maßgeblich ist die Spezifikation des Projekts, also die Vorgabe des Beschichtungsherstellers, des Auftraggebers oder des Regelwerks, auf das sich der Vertrag bezieht. Zwei häufig genannte Beispiele:

  • NORSOK M-501 (Offshore-Anlagen, Norwegen) nennt 20 mg/m² NaCl als zulässigen Restsalzgehalt.
  • IMO PSPC (Ballasttanks von Schiffen) lässt höchstens 50 mg/m² NaCl zu.

Prüfen Sie deshalb vor Beginn, welcher Wert in Ihrem Projekt gilt und wer die Messung abnimmt – in der Regel ein Korrosionsschutz-Gutachter oder Inspektor.

Warum Wasser allein oft nicht reicht

Abspülen mit Hochdruck und Süßwasser entfernt lose Salze von der Oberfläche. Die Kristalle in den Rostnarben erreicht Wasser allein aber oft nicht vollständig. Auch Strahlen löst das Problem nicht in jedem Fall: Es raut die Oberfläche auf und entfernt Rost, kann Salzreste aber auch in die neue Oberfläche einarbeiten. Häufig werden deshalb beide Verfahren kombiniert: Strahlen für die mechanische Vorbereitung und ein Salzentferner für die verbliebenen Salze.

So läuft die Salzentfernung in der Praxis ab

  1. Salzgehalt messen: Ausgangswert mit dem Bresle-Test bestimmen.
  2. Vorreinigen: Fett, Öl und losen Rost entfernen.
  3. Einhausen und Auffangen: Das Bauteil so einhausen, dass das Spülwasser vollständig aufgefangen wird. Auf See ist das in der Regel Pflicht.
  4. Salzentferner auftragen: mit Sprühlanze, Niederdruckspritze oder Schaumlanze.
  5. Einwirken lassen: 15 bis 30 Minuten, je nach Produkt und Verschmutzung.
  6. Abspülen: mit destilliertem oder vollentsalztem Wasser und Hochdruck.
  7. Nachmessen: Bresle-Test wiederholen; bei Bedarf einen zweiten Durchgang machen.
  8. Beschichten: nach Freigabe und Trocknung möglichst zeitnah, bevor sich neue Salzfilme bilden.

Aus der Praxis

Bei der Beschichtung von Monopiles für einen Offshore-Windpark galt ein zulässiger Restsalzgehalt von 20 mg/m² NaCl, gemessen nach ISO 8502-6 und ISO 8502-9. Obwohl es sich um neuen Stahl handelte und die Pfähle wie üblich mit destilliertem Wasser unter Hochdruck gewaschen wurden, wurde der Wert nicht erreicht. Der Inspektor vor Ort kannte den Salt Remover aus einem früheren Projekt und empfahl ihn – die Rückmeldung aus der Fertigung war positiv. Das Beispiel zeigt: Auch ohne sichtbare Korrosion lohnt sich die Messung, und Wasser allein reicht nicht immer.

Worauf es ankommt

  • Nur destilliertes bzw. vollentsalztes Wasser verwenden. Leitungs- oder Brauchwasser enthält selbst Chloride und verfälscht das Ergebnis.
  • Materialverträglichkeit prüfen. Viele Salzentferner sind sauer eingestellt. Aluminium, verzinkte Flächen und Dichtungen deshalb schützen oder vorher an einer Probestelle testen.
  • Spülwasser auffangen und vorschriftsgemäß entsorgen. Auf See gelten zusätzlich die Regeln des Betreibers und des Hafens.
  • Ergebnis dokumentieren. Messwerte vorher und nachher gehören in das Prüfprotokoll.

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Der Power Eco Metal-Salt Remover von Eco-Nova ist ein wasserbasierter Salzentferner für genau diesen Arbeitsschritt. Je nach Projekt liefern wir ihn anwendungsfertig oder als Konzentrat zum Verdünnen vor Ort. Auf Wunsch stellen wir ein Testmuster für eine Probefläche bereit – so sehen Sie am Bresle-Wert, was der Salt Remover auf Ihrem Bauteil leistet. Mehr dazu auf unserer Seite Offshore & Werft.

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FAQ

Häufige Fragen

Was ist der Bresle-Test?
Ein Verfahren nach ISO 8502-6, bei dem eine Messzelle auf die Stahloberfläche geklebt und mit destilliertem Wasser gefüllt wird. Die gelösten Salze werden anschließend über die Leitfähigkeit bestimmt (ISO 8502-9).
Welcher Restsalzgehalt ist zulässig?
Das legt die Projektspezifikation fest. Häufig genannt werden 20 mg/m² NaCl nach NORSOK M-501 für Offshore-Anlagen und 50 mg/m² NaCl nach IMO PSPC für Ballasttanks.
Ersetzt ein Salzentferner das Strahlen?
Nicht grundsätzlich. Häufig werden beide Verfahren kombiniert: Strahlen für die mechanische Vorbereitung, der Salzentferner für die verbliebenen Salze. Welches Verfahren gilt, entscheidet in der Regel der Gutachter.
Warum muss VE-Wasser verwendet werden?
Leitungs- und Brauchwasser enthalten selbst Chloride. Damit würde man neue Salze auf die Oberfläche bringen und das Messergebnis verfälschen.

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