Auf vielen Baustellen wird Diesel noch immer als Trennmittel auf Mulden, Walzen und Werkzeug gesprüht. Er ist billig und ohnehin vorhanden. Als Trennmittel ist Diesel aber kritisch: für die Gesundheit, für Boden und Gewässer, für das Mischgut – und für die Messwerte, die ab 2027 auch beim Walzasphalt zählen. Eine Labormessung zeigt jetzt, wie groß der Unterschied ist.
Die Nachteile von Diesel als Trennmittel
- Gesundheit: Diesel ist nach CLP unter anderem als entzündbar, beim Einatmen gesundheitsschädlich, hautreizend und mit Verdacht auf krebserzeugende Wirkung eingestuft. Beim Sprühen auf heiße Flächen atmen die Beschäftigten Dämpfe und Nebel ein.
- Mehr Dämpfe und Aerosole: Im Labortest stieg der Messwert mit Diesel auf etwa das Fünffache des Mischguts ohne Trennmittel. Die BG BAU rät in ihrer Branchenlösung Walzasphalt deshalb von mineralölhaltigen Trennmitteln ab.
- Brandgefahr: Der Flammpunkt von Diesel liegt ab 55 °C, also weit unter der Temperatur von heißem Asphalt und heißen Maschinenteilen.
- Boden und Gewässer: Diesel ist deutlich wassergefährdend (WGK 2) und giftig für Wasserorganismen. Was von Mulde, Walze oder Werkzeug abtropft, landet im Boden oder in der Kanalisation.
- Mischgut: Diesel löst Bitumen an. Tropft er auf das Mischgut oder in die Mulde, kann er das Bindemittel stellenweise erweichen.
- Transport und Lagerung: Diesel ist Gefahrgut nach ADR und muss entsprechend transportiert und gelagert werden.
Labormessung: Diesel gegen Antistick ECO
Die TPA GmbH (Labor Hamburg) hat im Auftrag von Eco-Nova gemessen, wie stark Trennmittel die Dämpfe und Aerosole aus heißem Asphaltmischgut beeinflussen. Grundlage war die Methode des Instituts für Arbeitsschutz der DGUV (IFA-Arbeitsmappe 6305, Verfahren 1). Ein Splittmastixasphalt SMA 8 S wurde bei 150 °C in einem Labormischer bewegt, die Luft darüber über einen Glasfaserfilter (Aerosole) und eine XAD-2-Kartusche (Dämpfe) gesaugt. Die Proben hat das ANECO Institut für Arbeitsschutz analysiert.
| Mischgut SMA 8 S, 150 °C | Gesamtmesswert Dämpfe und Aerosole | im Vergleich zu Diesel |
|---|---|---|
| ohne Trennmittel (Referenz) | 104,0 mg/m³ | –81 % |
| mit Antistick ECO 150 LV | 105,9 mg/m³ | –80 % |
| mit Antistick ECO 150 | 120,6 mg/m³ | –78 % |
| mit Antistick ECO 170 | 141,1 mg/m³ | –74 % |
| mit Diesel | 543,5 mg/m³ | – |
Das Ergebnis: Mit Diesel lag der Gesamtmesswert bei 543,5 mg/m³ – etwa fünfmal so hoch wie ohne Trennmittel. Mit Antistick ECO lagen die Werte 74 bis 80 % darunter. Antistick ECO 150 LV lag mit 105,9 mg/m³ nahezu auf dem Niveau des Mischguts ohne Trennmittel.
Auf der Baustelle wird nie ganz ohne Trennmittel gearbeitet. Entscheidend ist deshalb der Vergleich mit dem, was sonst eingesetzt wird – und da liegen zwischen Diesel und Antistick ECO Welten.
Laborwerte, je Variante eine Messung. Sie zeigen den Einfluss des Trennmittels im direkten Vergleich und sind nicht mit Messwerten auf der Baustelle oder dem Arbeitsplatzgrenzwert vergleichbar; dort fallen die Werte deutlich niedriger aus. Ob der Grenzwert an einer Einbaustelle eingehalten wird, hängt vor allem von Einbautemperatur, Absaugung und Arbeitsverfahren ab. Den vollständigen Prüfbericht senden wir Ihnen auf Anfrage: Prüfbericht anfordern.
Diesel und Antistick ECO im Vergleich
| Diesel | Antistick ECO 150 / 150 LV / 170 | |
|---|---|---|
| Labormesswert Dämpfe und Aerosole* | 543,5 mg/m³ | 105,9 bis 141,1 mg/m³ (74–80 % weniger) |
| Indeling | u. a. entzündbar, gesundheitsschädlich beim Einatmen, Verdacht auf krebserzeugende Wirkung, giftig für Wasserorganismen | volgens het veiligheidsinformatieblad niet als gevaarlijk ingedeeld |
| Vlampunt | ab 55 °C | meer dan 150 °C (ECO 170: meer dan 170 °C) |
| Vervoer | Gefahrgut nach ADR (Klasse 3) | geen gevaarlijke stoffen volgens ADR |
| Wassergefährdungsklasse | WGK 2 (deutlich wassergefährdend) | WGK 1 (Selbsteinstufung) |
| Grondstoffenbasis | Mineralöl | plantaardige grondstoffen (methylester van koolzaadolie) |
| Wirkung auf Bitumen | löst Bitumen an | für den Einsatz als Trennmittel entwickelt |
* Labortest der TPA GmbH nach IFA-Arbeitsmappe 6305, Verfahren 1, SMA 8 S bei 150 °C (Prüfbericht vom 06.10.2026). Angaben zu Antistick ECO laut Sicherheitsdatenblatt, zu Diesel laut GESTIS-Stoffdatenbank.
Welke Antistick ECO is geschikt?
- Antistick ECO 150: der Standard für die meisten Anwendungen im Asphaltbau.
- Antistick ECO 150 LV: für automatische Sprühanlagen mit feinen Düsen, im Labortest mit dem niedrigsten Messwert der Reihe.
- Antistick ECO 170: dickflüssiger, für lange Transportwege, PmB und mehrere Beladungen.
Von Diesel umstellen in vier Schritten
- Diesel nicht mehr nachfüllen und Antistick ECO nicht mit Diesel mischen.
- Tank, Leitungen und Düsen spülen, zum Beispiel mit Bituclean Extra.
- Testmenge einsetzen: 10 oder 20 Liter auf den eigenen Maschinen und mit dem eigenen Mischgut.
- Saison planen: Lieferung im Fass oder IBC, abgestimmt auf den Bedarf.
Testmenge oder Angebot anfragen – oder mehr zum Grenzwert lesen: AGW-bitumen vanaf 2027: waar asfaltherstellers nu rekening mee moeten houden bij het gebruik van scheidingsmiddelen.
Dieser Beitrag gibt einen Überblick und ersetzt keine Rechtsberatung oder Gefährdungsbeurteilung. Stand: Oktober 2026.
