Wer Reiniger, Lösemittel oder andere Chemikalien bezieht, findet auf vielen Kanistern und Fässern eine lange Zeichenfolge, die mit „UN“ beginnt. Sie zeigt, dass die Verpackung für den Transport gefährlicher Güter geprüft und zugelassen ist. In diesem Beitrag erklären wir, was dahintersteckt, wie man das Kennzeichen liest und wann eine UN-Verpackung überhaupt nötig ist.
Was ist eine UN-Zulassung?
Verpackungen für Gefahrgut müssen geprüft und zugelassen sein. Die Grundlage bilden die Empfehlungen der Vereinten Nationen (United Nations, kurz UN) für die Beförderung gefährlicher Güter. Sie werden für die einzelnen Verkehrsträger in eigene Regelwerke übernommen: das ADR für die Straße, das RID für die Schiene, der IMDG-Code für den Seeverkehr und die ICAO-TI für die Luftfracht. Für die Straße ist die UN-Wirtschaftskommission für Europa (UNECE) zuständig.
Wie wird eine Verpackung geprüft?
Bevor eine Verpackung das UN-Kennzeichen tragen darf, durchläuft eine Bauart mehrere Prüfungen, unter anderem:
- Fallprüfung: Die gefüllte Verpackung wird aus festgelegter Höhe fallen gelassen.
- Dichtheitsprüfung: Die Verpackung darf unter Druck nicht undicht werden.
- Innendruckprüfung: Sie muss einem festgelegten Innendruck standhalten.
- Stapeldruckprüfung: Sie muss das Gewicht gestapelter Verpackungen tragen.
Wie hoch die Anforderungen sind, hängt von der Verpackungsgruppe ab, für die geprüft wird.
So lesen Sie das UN-Kennzeichen
Das Kennzeichen wird dauerhaft auf der Verpackung angebracht, meist eingeprägt. Ein Beispiel für einen Kunststoffkanister:
UN 3H1/Y1.9/200/24/D/BAM …
| Teil | Bedeutung |
|---|---|
| UN | Die Verpackung ist nach den UN-Vorschriften für Gefahrgut geprüft und zugelassen. |
| 3H1 | Verpackungsart: 3 = Kanister, H = Kunststoff, 1 = nicht abnehmbarer Deckel. 1H2 wäre ein Kunststofffass mit abnehmbarem Deckel. |
| Y | Verpackungsgruppe, für die geprüft wurde: X = I (hohe Gefahr), Y = II (mittlere Gefahr), Z = III (geringe Gefahr). |
| 1.9 | Bei Flüssigkeiten die höchste zulässige Dichte des Inhalts. Bei Feststoffen steht hier die höchste zulässige Bruttomasse in kg. |
| 200 | Bei Flüssigkeiten der Prüfdruck (Innendruck) in kPa. Bei Feststoffen steht hier ein S. |
| 24 | Herstellungsjahr, hier 2024. |
| D | Staat, in dem die Zulassung erteilt wurde, hier Deutschland. |
| BAM … | Kennzeichen der Zulassungsstelle und des Herstellers. |
Eine Verpackung, die für eine höhere Gefahr geprüft wurde, darf auch Stoffe mit geringerer Gefahr aufnehmen: X für die Verpackungsgruppen I, II und III, Y für II und III, Z nur für III.
Wie lange darf eine Kunststoffverpackung verwendet werden?
Kunststofffässer und -kanister dürfen für Gefahrgut nach ADR in der Regel höchstens fünf Jahre ab ihrem Herstellungsdatum verwendet werden, sofern für den Stoff keine kürzere Frist gilt. Deshalb muss das Herstellungsjahr immer auf der Verpackung stehen.
Brauchen Reiniger eine UN-Verpackung?
Nur, wenn sie nach Gefahrgutrecht eingestuft sind. Ob das der Fall ist, steht im Sicherheitsdatenblatt in Abschnitt 14 mit UN-Nummer, Gefahrgutklasse und Verpackungsgruppe. Viele Reiniger von Eco-Nova sind kein Gefahrgut. Sie brauchen keine UN-Verpackung, und für den Transport gelten keine Gefahrgutvorschriften. Wo es nötig ist, liefern wir in zugelassenen Verpackungen.
Den Unterschied zwischen Gefahrstoff und Gefahrgut erklären wir im Beitrag Gefahrstoff und Gefahrgut: der Unterschied.
Fragen zu Verpackung, Transport oder Sicherheitsdatenblatt? Sprechen Sie uns an, wir helfen Ihnen gern weiter.
