Bitumen, Asphalt, Teer: Was ist der Unterschied?
- Bitumen wird bei der Destillation von Erdöl gewonnen. Es ist schwarz, zäh und klebrig und wird in Dachbahnen, Abdichtungen, Dämm- und Schallschutzmatten und als Bindemittel im Straßenbau verwendet.
- Asphalt ist ein Gemisch aus Bitumen und Gesteinskörnung. Was an Maschinen klebt, ist also vor allem Bitumen mit Splitt und Sand.
- Teer wird aus Kohle gewonnen, nicht aus Erdöl. Er enthält krebserzeugende polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK). Im Straßenbau wird er heute nicht mehr eingesetzt, steckt aber noch in alten Belägen, Dachbahnen und Anstrichen.
Für die Reinigung verhalten sich alle drei ähnlich: Sie haften stark, werden mit Wärme weich und lassen sich mit einem geeigneten Lösemittel anlösen. Bei teerhaltigem Material ist besondere Vorsicht geboten.
Wo Bitumen- und Asphaltreste entstehen
- Straßenbau: Straßenfertiger (Bohle, Schnecke, Tamper), Walzenbandagen und Gummiräder, Lkw-Mulden, Handwerkzeug
- Asphaltmischanlagen: Mischer, Silos, Klappen, Förderbänder
- Industrie: Herstellung von Dachbahnen, Abdichtungen und Dämmmatten, Behälter, Pumpen, Rohrleitungen
- Fahrzeuge und Flächen: Bitumenspritzer auf Lack, Böden, Wänden und Fassaden
Die Methoden im Vergleich
| Methode | Geeignet für | Nachteile |
|---|---|---|
| Mechanisch (Schaber, Spachtel, Schleifen) | dicke Schichten auf robusten Flächen | zeitaufwendig, kann die Oberfläche beschädigen |
| Trockeneisstrahlen | Maschinen, Formen, empfindliche Bauteile | Strahlgerät nötig, laut, bei dicken Schichten langsam |
| Strahlen mit Granulat | robuste Flächen, Beton, Stahl | abrasiv, Staub und Strahlgut müssen entsorgt werden |
| Wärme / Abbrennen | dicke Schichten | gesundheitsschädliche, bei Teer krebserzeugende Dämpfe, Brandgefahr |
| Bitumenlöser | Maschinen, Werkzeug, Fahrzeuge, Ecken und Spalten | Einwirkzeit, Abwasser über Ölabscheider |
Welche Methode passt, hängt von Oberfläche, Schichtdicke und Umgebung ab. Bei dicken Schichten lohnt sich oft eine Kombination: zuerst mechanisch abtragen, dann den Rest chemisch lösen.
Bitumenlöser: Worauf es ankommt
Herkömmliche Bitumenlöser und viele Werkstatt-Behelfe basieren auf Diesel, Testbenzin oder aromatischen Kohlenwasserstoffen. Diese sind häufig als entzündbar, gesundheitsschädlich oder gewässergefährdend eingestuft.
Die Bitumenlöser von Eco-Nova sind laut Sicherheitsdatenblatt nicht als gefährlich eingestuft. Für viele Anwendungen an Maschinen, Fahrzeugen und Flächen könnte zum Beispiel Bituclean Extra geeignet sein. Es wird pur mit einem Drucksprühgerät aufgetragen, wirkt je nach Schichtdicke sofort und wird danach mit Wasser abgespült. Die entstehende Emulsion kann über einen geeigneten Ölabscheider abgeleitet werden. Maßgeblich sind die Angaben im Sicherheitsdatenblatt und die örtlichen Vorgaben zur Abwassereinleitung.
Welcher Bitumenlöser für Ihre Oberfläche, Schichtdicke und Ihren Ablauf optimal ist, finden wir gemeinsam in der Beratung heraus, meist mit einem kostenlosen Muster oder einer Vorführung vor Ort.
So gehen Sie vor
- Maschine abschalten und abkühlen lassen. Warme Reste lassen sich zwar leichter abschaben, der Reiniger verdunstet dann aber schneller.
- Dicke Schichten mechanisch vorreinigen.
- Bitumenlöser aufsprühen und je nach Schichtdicke einwirken lassen.
- Angelöste Reste mit Bürste, Schaber oder Hochdruckreiniger abnehmen.
- Mit Wasser nachspülen und das Abwasser über einen Ölabscheider ableiten.
Vorbeugen: Mit Trennmittel haftet Asphalt gar nicht erst
Am wenigsten Arbeit macht Bitumen, das gar nicht erst haftet. Deshalb werden Fertiger, Walzen, Mulden und Werkzeuge im Asphaltbau vor dem Einsatz mit einem Trennmittel eingesprüht. Es bildet einen dünnen Film, auf dem heißer Asphalt nicht festklebt. Die Maschinen bleiben sauberer, und die Reinigung nach Schichtende geht schneller.
Ab 2027 wird die Wahl des Trennmittels wichtiger. Ab dem 1. Januar 2027 gilt der Arbeitsplatzgrenzwert für Dämpfe und Aerosole aus Bitumen (1,5 mg/m³) auch beim Einbau von Walzasphalt. Laut BG BAU können mineralölbasierte Trennmittel die Messwerte deutlich erhöhen. Ihre Branchenlösung empfiehlt deshalb Trennmittel ohne mineralölhaltige Stoffe, sparsam dosiert. Das betrifft auch Diesel, der auf Baustellen noch oft als Trennmittel verwendet wird, denn Diesel ist ein Mineralölprodukt. Mehr dazu: AGW Bitumen ab 2027: Was Asphaltbauer bei Trennmitteln jetzt beachten müssen.
Antistick ECO von Eco-Nova basiert auf pflanzlichen Rohstoffen (Rapsölmethylester):
- laut Sicherheitsdatenblatt nicht als gefährlich eingestuft
- kein Gefahrgut nach ADR
- Flammpunkt über 150 °C
- für Straßenfertiger, Walzenbandagen und Gummiradwalzen, Lkw- und Thermomulden, Handwerkzeug, Asphaltkocher sowie Formen und Schalungen
- im 200-Liter-Fass oder 1.000-Liter-IBC, Testmenge 10 oder 20 Liter
Welche Variante zu Ihren Maschinen und Ihrem Mischgut passt, stimmen wir mit Ihnen ab. Wer umstellt, verbraucht zuerst den Restbestand, spült Tank, Leitungen und Düsen und testet dann eine Testmenge auf den eigenen Maschinen.
Zu den Trennmitteln für den Asphaltbau – Angebot oder Testmenge (10–20 L) anfragen.
Mehr zur Reinigung von Fertigern, Walzen und Lkw: Entfernen und Reinigen von Asphalt auf Baumaschinen
Beachten Sie stets die Hinweise im Sicherheitsdatenblatt und tragen Sie die vorgeschriebene persönliche Schutzausrüstung. Das Sicherheitsdatenblatt erhalten Bestandskunden sowie Kunden mit Testmenge oder Vorführung auf Anfrage.
